
Ein Rückblick über die Entstehungsgeschichte unserer Marine
Die Marine ist eine Teilstreitkraft der
Bundeswehr. Ihr Aufbau begann 1950, als die Dienststelle Blank gebildet wurde. Nach dem
Abschluß des Vertrages über die Europäische Verteidigungsgemeinschaft am 27.05.52, der
am 19.03.1953 vom Bundestag angenommen wurde - und nachdem während der Pariser
Konferenzen weitere Hürden beseitigt wurden - konnte die Bundesrepublik der
Westeuropäischen Union beitreten.
Nach Ratifizierung der Pariser Verträge 1954 wurde die Bundesrepublik Mitglied der NATO.
Der Marine wurden als Wirkungsgebiete die Ostsee, die Nordsee sowie die Ostseezugänge
zugewiesen. Personell und materiell konnte die Marine auf den Labor Service Unit/B
zurückgreifen, der auf Befehl des US-Oberkommandierenden für Deutschland aus örtlich
zur Verfügung gestelletne M- und R-Booten der Kriegsmarine nach 1945 in Bremerhaven
gebildet wurde. Kurz danach kamen Personal und schwimmende Einheiten des Bundesgrenzschutz
See hinzu. Am 01.04.57 konnte der NATO bereits das 2./ Minensuchgeschwader unterstell
werden. Bald darauf gab Frankreich ehemalilge Kriegsmarine-Schiffe zurück. Zudem kaufte
die Bundesrepublik von Großbritanien 7 Fregatten und erhielt von den USA per Leihvertrag
6 Zerstörer, die berühmt-berüchtigte "Fletcher-Klasse" (Erst
kürzlich zeigte ein Bekannter Dias von der Indienststellung von Z3 in den USA und
Überführung nach Wilhelmshaven(OMt d.R. Rüge))
Neubauten gingen der Marine von deutschen und ausländischen Werften zu, so daß
die Flotte in recht kurzer Zeit über Zerstörer, Fregatten, Schnellboote, Küsten-,
Hochsee- und schnelle Minensuchboote, U-Boote, Landungsboote, Hafenschutzboote sowie
Schul-,Begleit- und Hilfsschiffe verfügte. Organisatorisch gab es folgende Entwicklung:
Die Dienststelle Blank wurde am 07.06.55 in Bundesministerium für Verteidigung (später d
e r Verteidigung) umbenannt. Die Abteilung VII bildete dort die Führungsspitze der
Marine, der bisherige Abteilungschef wurde Inspekteur der Marine. Abgesehen vom
Schiffserprobungskommando wurde die Marien von drei Säulen getragen :
a) Kommando der Seestreitkräfte (später Flottenkommando) mit Standort Wilhelmshaven
b) Kommando der Flottenbasis; Standort ebenfalls Wilhelmshaven
c) Kommando der Marineausbildung mit Standort Kiel
Dem Kommando Seestreitkräfte waren in der Nord- und Ostsee jeweils ein
Seebefehlshaber (BSN und BSO) nachgeordnet. Dem Kommando der Flottenbasis unterstanden
anfangs Marineabschnittskommando Nord- und Ostsee mit den nachgeordneten
Stützpunktkommandos, Versorgunseinrichtungen, Fernmelde- und Ortungseinheiten, die
Marinemusikkorps Nordsee und Ostsee, die Küstenwachgeschwader und das Kommando der
Troßschiffe. Dem Kommando der Marineausbildung waren alle Schulen und
Ausbildungseinheiten, die Schulschiffe, Versuchsstellen, das Schiffsmaschinenkommando und
die Stammdienststelle der Marine (SDM) nachgeordnet.
Diese Gliederung hatte bis zum 30.09.1965 im wesentlichen Bestand. Im Februar 1961
verlegte das Kommando der Marine nach Glücksburg-Meierwik, und im Februar 1961 wurde der
BSO zum Befehlshaber der Flotte ernannt, so daß die Stäber zusammengelgt werden konnten.
Am 01.02.1962 wurde das Kommando der Marineausbildung in Zentrales Marinekommando
umbenannt und verlegte im Oktober nach Wilhelmshaven. Am 01.10.1965 wurde das Kommando der
Flottenbasis aufgelöst und die bislang nachgeordneten Dienststellen dem Befehlshaber der
Flotte, z.T. auch dem zur gleichen Zeit in Marineamt umbenannten Zentralen Marinekommando
zugeordnet.
Am 09.03.1972 wurde die Spitzengliederung auf Anordnung des
Verteidigungsministeriums erneut geändert. Sie trat am 01.10.1974 nach der
Einsatzbereitschaft des Marineunterstützungskommandos in Kraft. Dananch sind dem
Führungsstab der Flotte nachgeordnet das Flottenommando in Glücksburg, das Marineamt in
Wilhelmshaven (MarA) und das Marineunterstützungskommando (MUKdo) in Wilhelmshaven. Das
Flottenkommando ist verantwortlich für Zerstörer bzw. Fregatten, die der ständigen
Einsatzflotte Atlantik (STANAVFORLANT) zur Verfügung gestellt werden. Seit 1971 wird
viermal im Jahr die ständige Einsatzgruppe Flotte (SEF) zusammengestellt. Die
KAmpfschiffverbände sind in sogenannte Typenkommandos konzentriert, die dem Befehlshaber
der Flotte nachgeordnet sind.
Außerdem gehören zur Marien eigene fliegende Verbände, die im Typenkommando der
Marineflieger (später in Kommando der Seeluftstreitkräfte, Marinefliegerkommando bzw.
Marinefliegerdivision ) Die Marineflieger sind mehrfach modernisiert worden. Heute
gehören noch die Marinefliegergeschwader 2 in Eggebeck mit dem MRCA Tornado, das
Marinefliegergeschwader 3 "Graf Zeppelin" in Nordholz mit den Waffensystemen
Breguett 1150 "Atlantic" (Seefernaufklärer, ELOKA, U-Jagdflugzeug), Der DO 228
in den Versionen "Öli" (Ölauflärung) und Transport sowie dem Bordhubschrauber
SEA-LYNX, der auf den neuen Fregatten beheimate ist und in Nordholz gewartet wird.
Weiterhin gehöreren die Maschinen des Typs SEA-King zur Division, die im SAR-Dienst
(Search and Rescue= Seenotrettung) eingesetzt werden.