Der "Zerstörer 3"
(ex USS Wadsworth)

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Unter amerikanischer Flagge

Die "Wadsworth" war ein 2500-t-Zerstörer der Fletscherklasse und wurde von der Bath Iron Works Corp. Bath, Maine, gebaut Nach der Insdienststellung im Mai 1943 erfolgte die Eingliederung in die Pazifikflotte der USA, wo die glorreiche Geschichte des US-Zerstörers "Wadsworth" als eines der besten US-Kampfschiffe begann.

Der Zerstörer wurde bald genauso erfolgreich wie jener amerikanische Comodore Alexander S. Wadsworth, der als junger Seeoffizier am Kriege von 1812 teilgenommen und an Bord der "Old Ironsides" die britische Flotte besiegt hatte.
Die "Wadsworth" hat im Verlauf des Pazifikkrieges jenem jungen amerikanischen Seehelden, dessen Namen sie trug, alle Ehre gemacht :

Während ihrer ersten Unternehmung bereits versenkte der Zerstörer "Wadsworth" westlich der Malekula-Insel ein feindliches Unterseeboot. Im November 1943 führte sie eine Minensuchergruppe der US-Navy in die Empress-August-Bay, Bouginville. Als die Japaner die Küstenanlagen bombadierten wehrte sie 6 japanische Sturzbomber ab und vernichtete zwei ihrer Angreifer, nachdem eine Bombe das Achterdeck der "Wadsworth" durchschlagen hatte und dabei zwei Mann getötet und 9 andere verletzt hatte. Danach führte die "Wadsworth" Geleitschutzaufgaben in den Gewässern nördlich er Salomonen durch und schoß während dieser Unternehmungen vier feindliche Flugzeuge ab. Im Februar 1944 nahm sie an der Landung bei Green Island im Bismark-Archipel und an der Bombadierung von Kavieng und Rabaul teil

Es folgte die Marianen-Operation. Die "Wadsworth" gab den ersten Landungen in Saipan und Tinian Feuerschutz und fing dann mit einer schnellen Trägerkampfgruppe die japanische Flotte ab, die sich auf dem Wege zu den Garnisonen auf den MArianen befand. Die sich daraus entwickelnde Seeschlacht, die erste in philippinischen Gewässern, brach die japanischen Einsatzanstrengungen und zerstörte die feindliche Streitmacht fast vollständig.

Später unterstützte die "Wdsworth" die Einnahme und Besetzung von Guam. Im Februar 1945 fanden die Besetzer von Iwo Jima ihr Verderben in einem pausenlosen 30-Stunden-Angriff zur Unterstützung der stark bedrängten Landungsstreitkräfte der US-Marine. Die "Wadsworth" blieb so lange, bis die Inselfestung gesichert war.

Ihre letzte und härteste Unternehmung war die von Okinawa im April 1945. Dort beschoß sie die Küstenpositionen, wehrte Kamikaze-Flugzeuge ab und wurde später einer Kampfgruppe zugewiesen, die einen möglichen japanischen Überwasserangriff abzuwehren hatte. Im weiteren Verlauf des Kampfes, in der Rolle eines Fighter Director Ships, wehrte die "Wadsworth" 20 Kamikaze-Angriffe erfolgreich ab, vernichtete mit ihrer eigenen Artillerie sechs feindliche Flugzeuge und hatte Anteil am Abschuß von sieben weiteren.

Für diese Leistungen erhielt sie die "Presidential Unit Citation", eine hohe Auszeichnung für außerordentliche Tapferkeit.

Nach den Kriege wurde die "Wadsworth" außer Dienst gestellt, in die atlantische Reserveflotte eingegliedert und "eingemottet"

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Zerstörer der Fletcher Klasse in US-Diensten

Unter deutscher Flagge

Am 06. Oktober 1959 rollte in Charleston ein feierliches Zeremoniell ab. Das Schiff wurde unter deutscher Besatzung erneut in Dienst gestellt und erhielt den Namen "Zerstörer 3" mit der NATO-Nummer "D172"

Nach einer gründlichen Ausbildungszeit unter Leitung der amerikanischen Fleet Trainig-Group in der Guantanamo-Bay (Cuba) trat der Zerstörer am 01.Dezmber 1959 seine Fahrt über dne Atlantik an und traf am 19.12.1959 in seinem Heimathafen Kiel ein und wurde dort als drittes Schiff in das 1. Zerstörergeschwader der Bundesmarine eingegliedert

Die wichtigsten Daten des Schiffes :

Länge : 115 m Verdrängung 2500 t
Breite 12 m Höchstgeschwindigkeit : 36,5 kn
Die Antriebsanlage des Zerstörers bestand aus zwei Turbinensätzen von je 30 000 PS
Die Besatzung bestand aus 13 Offizieren, 18 PUO´s und 240 Unteroffizieren und Mannschaften

Der Zerstörer verfügte über folgende Waffen :

                   4 Turmgeschütze von 12,7 cm ( 5 inch)
3 Fla-Doppelafetten von 7,6 cm (3 inch)
5 Torpedorohre
2 Hedgehog-Werfer
1 Wasserbomben-Ablaufbühne

Darüberhinaus ist der Zerstörer mit umfangreichen Funk- und Elektronikanlagen ausgerüstet, um seine vielseitigen Aufgaben zu erfüllen.

Erster Kommandant von Z3 war Korvettenkapitän Braeucker. Er trat 1937 als aktiver Offiziersanwärter in die Kriegsmarine ein. Als junger Offizier fuhr er bei der 2. Torpedoboots-Flotille bis August 1943. Am Ende des Krieges war er Kommandant eines Unterseebootes.
Im Mai 1956 begann Korvettenkapitän Braeucker seine Dienstzeit bei der Bundesmarine und war bis 1959 im Verteidigungsministerium als Adjudant des Inspekteurs der Bundesmarine, Vizeadmiral Ruge, tätig.

Nach vorübergehendem Einsatz in höheren Kommandostäben wurde KKpt Braeucker zunächst 1. Offizier, und dann, ab 1962, Kommandant des Zerstörers 3


Weiter Daten :

Stapellauf / Bauwerft  10.01.1943 Als DD 516 Wadsworth Bath Iron Works Corp., Bath,Maine (USA)
Übernommen durch die Bundesmarine 06.10.1959
Schiffsart und -klasse

Zerstörer der US-Fletcher-Klasse
Flottenzerstörer (Klasse 119)
Schwesternschiffe in der BM : Z1+2, Z4-6
NATO-Nummer D172
Besatzung 250 Mann
Technische Daten

Gewicht voll ausgerüstet : 2750 ts
L.: 114,72 m; B.: 12 m; T.:4,41 m (mit Sonardom 5,81 m)
Antrieb : Turbinen 2x 35000 PS.;Geschw.:35 kn
Bewaffnung




4-127 mm Geschütze in Einzeltürmen
6 Flak 76,2 mm in Doppellafetten
5[0] TR-533 mm Fünfergruppe
2 UTR-533 mm; 2 UjagdRakWerfer "Hedgehog"
1 Wasserbomebnablaufbühne
Ablaufmöglichkeit für Minen