F 122 AAW-Upgrade

1. Allgemeine Darstellung
Beginnend mit den Zerstörern der Klasse Z103A/B vollzog die deutsche Marine mit den Fregatten Klasse 122 den Schritt in das Zeitalter allwetterfähiger Mehrzweck-Systemschiffe
mit bordgestütztem Hubschrauber.
Als Grundlage für die Fregatte Klasse F122 waren folgende Fähigkeiten gefordert worden:
- Bekämpfung von U-Booten (auf U-Jagd optimiert)
- Bekämpfen von Überwasserschiffen,
- Abwehr von Luftzielen zum Eigenschutz im Rahmen
gegenseitiger Unterstützung.
"Alle Luftziele müssen durch aktive Ortung so frühzeitig erfasst werden können, daß die volle Ausnutzung der eigenen Effektoren sichergestellt ist. Luftraumüberwachung bis 50 nm ist anzustreben".
Diese Forderungen wurden in Spezifikation und Bau umgesetzt.
Die Fregatte F122 (Bremen Klasse), deutsche Version des Nato Vorhabens NATO-Frigate for the 1970s, befindet sich seit mehr als zehn Jahren in der operativen Nutzung. Als U-Jagd Fregatte mit großer Seeausdauer geplant, versieht sie ihren Dienst im nationalen wie multinationalen Einsatz. Dabei hat sich die Bordhubschrauberkomponente mit der SEA LYNX Mk 88 als gewichtiges Teilsystem der F122 uneingeschränkt bewährt.
Von den Besatzungen wird das Schiff als zuverlässige und leistungsfähige Plattform geschätzt.
2. Neue Aufgaben erforderten Sensor-/Rechnerverbesserung
Mit der Zuweisung neuer Aufgaben, insbesondere im Rahmen der Herstellung der KRK-Fähigkeit wurde deutlich, daß die Flugabwehrfähigkeit der Fregatten F122 nicht ausreicht und daher verbessert werden muß. Betroffen ist insbesondere die Erhöhung der Erstortungsfähigkeit, um die Erfolgswahrscheinlichkeiten der Waffensysteme RAM (Rolling Airframe Missile System) und NSSM (Nato-Seasparrow Missile System) zu verbessern.
Flugabwehr dient auf der F122 dem Eigen- und begrenzten Verbandsschutz mit Schwerpunkt Seaskimmerbekämpfung (tiefstfliegende Seezielflugkörper mit kleinem Radarquerschnitt).
Als Ergebnis einer Studie "Verbesserung der Flugabwehrfähigkeit F122" ergab sich für den erfolgreichen Einsatz der Fla-Waffensysteme NSSM und RAM, das HSA (Hollandse Signaal Apparate) Radarsystem DA 08 durch ein leistungsfähiges 3D Radar zu ersetzen.
Folgende Vorgaben waren bei der Auswahl einer Radaranlage zu berücksichtigen:
- Einführung von fertig entwickeltem Gerät, keine Neuentwicklungen.
- Keine zusätzlichen Effektoren neben NSSM und RAM.
- Problemlose Integration auf F122.
- Sicherstellen des Eigenschutzes gegen Bedrohungen aus
der Luft mit Schwerpunkt 'Bekämpfung von Flugkörpern
auch mit extremen Neigungswinkeln im Nächst- und
Nahbereich'.
Die Industrie legte drei Angebote zur Lösung des Problems vor:
- Hochrüstung der DA 08 durch Komponentenaustausch mit der
HSA Anlage "SMART S" zu einem 3D-Radar,
- Austausch durch das HSA 3D-Radar "SMART S" der Fregatte F123 modifiziert für
die Belange F122,
- Austausch durch das DASA 3D-Radar "TRS 3D".
Grundvoraussetzung für die Erneuerung der Radaranlage ist die Erweiterung/ Modifizierung des zentralen Rechnerbereichs. Betroffen ist hier das Rechnersystem AN/UYK-7, das auf F122 durch das Rechnersystem AN/UYK 43 "Low Boy" ersetzt wird. Damit wird das Problem "Systemüberlastung" gelöst. Der Austausch ist nahezu risikolos, das Rechnersystem "LOW BOY" besitzt großes Aufwuchspotential für zukünftige Anforderungen.
3. Austausch 2D-Radar gegen ein modernes 3D-Radarsystem
Die Angebote der Industrie zur Verbesserung/Austausch des Radarsystems DA 08 wurden
mit Blick auf "Vorgaben", "Marineverträglichkeit" und "Zukunftspotential" untersucht. Die Bewertung des jeweiligen technischen Aufwandes, des technischen, zeitlichen und finanziellen Risikos sowie des zu erwartenden operativen/technischen Leistungsvermögens der neuen Anlage und des Gesamtsystems führte zur Auswahl der 3D-Radaranlage TRS 3D der Firma DASA.
Nach der parlamentarischen Behandlung erfolgte der Abschluß des Bauvertages im ersten Quartal 1996.
Im Rahmen planmäßiger Werft- und Instandsetzungsliegezeiten der Fregatten F122 wird die Umrüstung in den nächsten Jahren vorgenommen.